Swatch Access

Um es vorweg zu nehmen, nein, diese Uhr eignet sich nicht zur Selbstverteidigung, oder Angriffe, auch stammt sie nicht aus der neuen Swatch "James Bond"-Kollektion, aber diese Uhr kann z.b. Türen öffnen, Saunen einschalten und vieles mehr, daher möchte ich heute mal in einem Bericht meine "Skiuhr" vorstellen.

 

Zum Produkt selber

Es handelt sich bei der Uhr um ein Modell aus der Swatch Access Serie, soweit mir bekannt, aus der 2000er Modellreihe. Wie auf dem Produktbild zu sehen, ist die Uhr Silbergrau und mit einem Neopren-Klettarmband ausgestattet.

 

Das Gehäuse ist aus einem schlagfesten Kunststoff hergestellt. Auch das "Glas" der Uhr besteht aus einem hochfesten durchsichtigen Kunststoff-Material. Gleichzeitig ist das komplette Gehäuse wasserdicht.

 

 

 

Das Armband ist, wie oben schon erwähnt, Mehrlagig. Die untere Schicht, also die wo der Kontakt zur Haut besteht, ist aus einem Neoprenmaterial gefertigt. Dies ist gerade bei feuchtigkeitsintensiven Sportarten, wie z.b. dem Skifahren natürlich nützlich, weil dieser "Stoff" in keinster Weise feuchtigkeitsanfällig ist. Gleichzeitig besteht aber auch der Nachteil, dass man durch dieses Material etwas schneller schwitzt an der Stelle und somit die Uhr rein gefühlsmäßig etwas rutschig wird. Dafür werden allerdings auch die typischen Scheuerstellen vermieden. Die zweite Lage des Armbands ist aus einem Klettmaterial. Durch das Weglassen irgendwelcher Metall-Scharniere besteht keinerlei Rostgefahr, also auch Sportorientiert. Außerdem ist die Uhr dadurch fast zu 100% sicher mit dem Arm verbunden, da es nichts gibt, was sich aus Versehen öffnen könnte. Die Schließung umfasst je nach Armdurchmesser den kompletten Armumfang.

Die Oberschicht ist mit einer glatten Kunststoffhaut überzogen, so dass kein Verhaken mit Pullovern oder Jacken möglich ist. Bei Pullovern ist mir allerdings aufgefallen, dass die Uhr sich sehr wohl mit dem Stoff des Pullovers verhakt, wenn man die Uhr nicht exakt verschließt und daher etwas vom Klett übersteht.

Im allgemeinen ist die Vertical Flavour (man was für ein Name) sehr leicht. Man spürt sie kaum am Handgelenk. Das gibt der Uhr ein unheimliches Plus für angenehmes Tragen. In meinen Augen ist aber gerade das schließen des Armbands ein schwerer Nachteil, denn durch die große Klettauflagefläche und fehlende Führung ist es enorm schwierig, die Uhr vernünftig zuzumachen, mal ist die Uhr zu locker dann wieder zu stramm, einfach fummelig. Vor allem, wenn die Uhr noch neu ist und das Armband noch nicht so weich und "armangepasst" ist.

 

Die Funktionen

Außer der Zeitanzeige hat diese Uhr nur noch eine weitere Funktion zu bieten: Das "Access"-Modul. Was ist das überhaupt?

Dieses "Modul" ist ein Speicherchip – ähnlich einer Geldkarte – auf der Daten abgespeichert und abgerufen werden können. Dies wurde von der Firma SKIDATA entwickelt, mit dem Ziel, berührungslos irgendwelche Funktionen auszuführen. Ursprünglich gedachtes Ziel war es, die Durchsatzraten an den Skiliften zu erhöhen, in dem der Skifahrer oder Snowboarder nicht mehr umständlich nach seinem Skipass suchen muss, sondern einfach durch Kontaktschleifen geht und somit die Kontrollmechanismen auslöst. Bisher wurde dieser Chip von Swatch eingesetzt in Uhren und anderen Herstellern in Ketten oder auch den Ski-/Snowboard-Handschuh (Ziener/Reusch). Mittlerweile haben sich aber noch andere Funktionsmöglichkeiten durch den Chip ergeben, die ich gleich anhand persönlicher Beispiele näher erläutern werde.

 

Der Preis und die Garantie

Die Uhr habe ich in diversen Uhrenläden gesehen für ca. 60-80 €. Sie werden aber auch oft bei Ebay gehandelt und sind da durchaus auch günstiger zu erstehen. Generell ist diese ACCESS-Funktion auch nicht an diese eine Uhr gebunden, sondern wurde von SWATCH in verschiedene Modelle integriert, so dass sich jeder "sein" Design aussuchen kann.

Was die Garantie betrifft, bin ich positiv von Swatch beeindruckt. Mir ist die Uhr runtergefallen und dabei ein Riss im Glas entstanden, was ja bei einem Fall aus ca. 1m Höhe nicht passieren dürfte. Die Uhr wurde eingeschickt und obwohl sie schon aus der Garantie von 1 Jahr raus war, bekam ich eine neue Vertical ohne Kosten zugeschickt auf Kulanz. Vermutlich lag es daran, dass Swatch eine Gehäuseverspannung als mögliche Ursache für den Schaden ermittelte.

 

Meine Erfahrung

Am Anfang habe ich mich natürlich gefragt, warum ich so viel Geld ausgeben soll für eine Uhr, die eigentlich doch nur den Einstieg in die diversen Lifte bequemer macht und dann och die. Doch nachdem ich diese Uhr das erste mal in Ischgl eingesetzt habe, möchte ich sie nicht mehr missen.

Warum?

Ganz einfach, das Prinzip dieses Skidata-Chips wird dort für weit mehr Einsatzzwecke eingesetzt, als nur einfacher Skipassersatz.

In meinem Stammhotel z.B. gibt es keinerlei Schlüssel mehr. Als Türschloss werden Magnetschlösser eingesetzt, die speziell codiert sind und mit der Uhr geöffnet werden können. Um Energie zu sparen läuft dort die Sauna nicht im Dauerbetrieb, sondern wird über die Uhr gestartet.

Das gleiche gilt auch für das Dampfbad, sowie den Whirlpool, in den erst nach Kontakt meiner Uhr mit einer kleinen Schaltfläche das Wasser fließt und auch das kostenpflichtige Solarium wird damit gestartet. Die Abrechnung für das Solarium läuft dabei über eine Vernetzung der Sonnenbank mit dem Zentralrechner des Hotels, wo die Access-Daten meinem persönlichen Code zugeordnet werden und somit die Abrechnung erfolgen kann.

Und an der Hausbar, bzw. im hotelinternen Restaurant "bezahle" ich ebenfalls bequem mit der Uhr.

Nicht das wir uns falsch verstehen. Eine solche Uhr ist natürlich nun nicht Pflicht in dem Hotel. Man kann auch alternativ eine Magnetkarte bekommen, die die gleichen Funktionen erfüllt, aber da hat man wieder das Problem mit dem "Wohinpacken". Außerdem gibt es ja noch diese Modeschmuck-Ketten und die Handschuhe mit diesen Funktionen, aber mal ganz ehrlich.. wer nimmt schon gerne Handschuhe mit in die Sauna :-) . Dies ist natürlich nur ein Ausschnitt der Möglichkeiten der Uhr, bzw. des Chips, halt die, die ich selber erlebt habe, aber ich las letztens einen Bericht vom Kleinarltal, indem selbst die Hütten, Skiverleihs etc. alle miteinander vernetzt sind und so der kpl. Urlaub quasi bargeldlos abläuft (abgesehen von Trinkgeldern natürlich).

Außerdem sind die Entwickler des Systems schon eifrig dabei, weitere Einsatzmöglichkeiten zu erschließen, die die Benutzung der Uhr auch außerhalb des Skiurlaubs interessant machen, so sind z.B. Fußballstadien und Freizeitbäder stark an diesem System interessiert.

Was das Design dieser Uhr angeht. Na ja, Swatch hat ja designtechnisch immer einen Hang zum Spielzeuguhren-Look, aber gerade davon hebt sich die Vertical Flavour wohltuend durch Sachlichkeit ab. Außerdem ist sie leicht und bequem zu tragen.

 

Und wenn die Uhr geklaut wird/verloren geht

Sollte einem mal die Uhr geklaut werden, ist das zwar ärgerlich, aber kein Beinbruch. Man kann die Uhr nämlich an den Liften sperren lassen, wo dann durch sofortige Alarmauslösung der Dieb direkt erwischt werden kann. Außerdem hat man immer neben der Uhr auch den Original-Skipass als Nachweis im Skigebiet bei sich zu führen. Innerhalb des Hotels hat man dann auch keinen Ärger, weil keine neuen Schlösser angeschafft werden müssen, sondern einfach nur die Codes gewechselt werden.

 

Fazit

Da dieser Chip mittlerweile in über 1000 Skigebieten verbreitet ist und ich neben Ischgl auch in anderen Skigebieten nur gute Erfahrungen gemacht habe, kann ich diese Uhr bedenkenlos weiterempfehlen.