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Technische Daten und allgemeine Informationen:
Unsere Eindrücke:
Am vergangenen Wochenende durch einen neuen Skitest zog es uns in die Skihalle Neuss. Bisher kannte ich ja nur die Halle in Bottrop (die mir ja nicht so zugesagt hat) und bin dementsprechend skeptisch dorthin gefahren. Also.. los geht’s...
Anfahrt:
Die Halle ist einfach über die A46 zu erreichen. Man muss nur von der Abfahrt "Neuss-Holzheim" den Hinweis-Schildern folgen. Die Anlage selber ist ca. 2min. von der Abfahrt entfernt.
Erster Eindruck:
Wenn man auf diese Halle zufährt ist man schon schwer beeindruckt wie dieses riesige Gebäude dort auf den Stelzen ruht. Das totale Gegenteil zur Bottroper Halle, die sich ja an die Halde anschmiegt und im ersten Moment ja absolut nicht gigantisch wirkt, obgleich sie ja eine doppelt so lange Strecken bietet.
Hat man dann auf einem der zahlreichen Parkplätze einen Stellplatz gefunden geht man an der Halle entlang auf den Eingangsbereich zu. Ich muss gestehen, dass ich an dieser Stelle schon mehr als skeptisch war, da es hier nur so von Autos wimmelte und ich dementsprechend schon vor meinem geistigen Auge die Massen an Boardern und Skifahrer sah. Vor dem Eingang angekommen bildete sich dann doch schon das erste freundliche Lächeln auf meinen Lippen, denn hier ist es wirklich komplett anders als in Bottrop. Während man in Bottrop von einer provisorischen Baugerüst-Treppe empfangen wird, die in einem Loch in einer nackten Betonwand endet, steht man hier vor einem riesigen Empfang aus Glas. Vorne vorgelagert dann auch noch ein nett angelegter Biergarten, der aber saisonal bedingt nicht geöffnet hatte.
In der Halle:
OK, also hinein in "die gute Stube". Auch hier ein anderes Bild als Bottrop. Man steht in einer großen Halle, über 2 Stockwerke hoch, die komplett Lichtdurchflutet ist. Rechts findet man neben dem Eingang direkt Kasse, Skischulanmeldung und Info, daneben ein wirklich gut sortierter Ski- und Boardershop mit einer angemessenen Preisgestaltung. Superschnäppchen wird man zwar hier vergebens suchen, aber dafür findet man hier quasi ein Vollsortiment. Lediglich bei den Skischuhen vermisst man vielleicht die ein oder andere Marke, was aber im Moment nicht so sehr verwundert, bringen doch etliche Hersteller gerade jetzt erst ihre neue Kollektion in den Handel.
Links neben dem Eingang findet man einen großen Globus, in dem das Reisebüro von Allrounder-Reisen untergebracht ist. Daneben dann folgt die Freitreppe in die 2. Etage, die sich um einen gläsernen Fahrstuhl windet.
Direkt gegenüber dem Eingang dann die Gastronomie. Hier in dieser Etage erstreckt sich die Gastronomie über die kpl. Hallenbreite. Das schöne hier: Man kann von der Mehrzahl aller Plätze direkt in die Skihalle schauen. Da auch auf dieser Seite alles großzügig verglast ist. Das heißt, bevor man Eintritt zahlt kann man sich so auch vorab informieren, ob man für das Pistenagebot bereit ist entsprechend zu zahlen, oder ob das Angebot so "nicht stimmig" ist. Im Gegensatz zu Bottrop kauft man hier also keine "Katze im Sack".
Zu den Restaurants als solche ist dann hauptsächlich zu sagen, dass hier eine richtige Speisenvielfalt geboten wird und auch das Sortiment an Getränken sehr gut ist. Die Preise hier fallen eigentlich alle in das Schema von "normalen" Hüttenpreisen. Also, zwar keine Superbillig-Angebote, aber auch nicht zu überzogen. Kleiner Knackpunkt in den Restaurants: Auch hier wurde das von den Privatsendern propagierte Apres-Ski-Image voll adaptiert und so wird man ununterbrochen von sogenannter "Apres-Ski-Musik vollgedudelt, aber wenigstens in einer Lautstärke, die es einem erlaubt, sie nach einer gewissen Eingewöhnungsphase nicht mehr so richtig wahrzunehmen, bzw. wegzuignorieren.
Kommen wir nun zu dem, weswegen wir hier sind. Allem was mit Schnee zu tun hat:
Jo.. da wäre als erstes mal die Möglichkeit, sich umzuziehen und sich evtl. das benötigte Equipment zu leihen. Nachdem man also sein Ticket gelöst hat, geht es eine Etage tiefer. Dort befinden Sich Verleih, Umkleide, und Eingang zur Piste. Was die Umkleide-"Kabinen" betrifft... Los Männer.. rein mit den Bäuchen, lässig aus den Klamotten geschwungen und mit ner lockeren Muskelpräsentation rein in die Ski-Klamotten. Gleiches gilt natürlich auch für die Frauen: Bauch rein, femininen Ausdruck auflegen, mit einem lasziven Wimpernaufschlag von evtl. vorhandenen Körpermakeln ablenken und auch rein in die Skiklamotten, oder aber geziert auf die Damentoilette verschwinden und sich dort umziehen, denn: Hier gibt es keine Kabinen. Man zieht sich direkt am Verleih um (na ja, oder wie oft zu beobachten direkt auf dem Parkplatz am Auto). Mich persönlich stört es nicht, aber als Kritikpunkt für die Allgemeinheit sollte es zumindest angemerkt werden. Gleichzeitig ist uns auch aufgefallen, das es hier nicht wirklich viele Schränke gibt um seine Sachen unterzubringen während der Fahrt, zumal doch einige der schon so recht wenigen Schränke auch noch defekt sind und sich nicht mehr verschließen lassen (Aha, die Parkplatzumzieher sind also schon mal hier gewesen und lassen deswegen ihre Klamotten gleich im Wagen) Also auch hier ein kleines Minus. Der Verleih, der sich ja auch hier unten befindet ist übrigens sehr modern ausgestattet und bietet für den Verleih hauptsächlich Sachen von Atomic an. Die Preise von 6€ pro Tag für Skier halte ich für gerechtfertigt. Also, nachdem wir uns also in unseren Skiklamotten befinden und unser Equipment zusammen haben (hatten wir nicht, weil wir ja zu Tests hier waren und daher unser Equipment bereits in der Halle wartet, aber das ist ein anderer Bericht) kommen wir nun zur...
Pistenbeurteilung:
Also, was soll ich sagen? 60m Hallenbreite sind nicht zwingend auch Pistenbreite. Vor allem wenn sich rechter Hand ein 4er-Sessel-Lift und linker Hand 2 Tellerlifte befinden. Nun gut, sollen also meinetwegen noch so 40m Piste übrigbleiben. Also nichts wie rauf auf die Skier und den Sessellift geentert (man will ja seine Energien fürs Skifahren sparen ;-) ). Oben angekommen hat man dann eine interessante Aussicht auf die Halle. Irgendwie wirkt hier die Piste doch steiler als vom Lift oder von unten angenommen, aber das ist eine Täuschung. Zwar ist der obere Bereich der Piste deutlich steiler als der untere Teil, aber dennoch ist auch dieses Pistenteil locker von jedem zu fahren. Besonders lobend erwähnen möchte ich vor allem die Schneequalität. Zwar kein Alpenpowder, aber immerhin um Klassen besser als die Qualität von Bottrop (die wie ich in meinem Alpincenterbericht schon erwähnte aber keinesfalls schlecht ist). Nach ein paar wenigen Sekunden ist die Abfahrt aber leider wieder vorbei. 300m lassen sich halt nicht beliebig verlängern, selbst wenn man die komplette Pistenbreite ausnützt für die Schwünge und so geht es schnell wieder hoch zum Gipfel. Hier ist mein einziger Kritikpunkt, das der "Auslauf" recht knapp bemessen ist. Ich möchte nicht wissen, wie viele Kollisionen es hier unten gibt, wenn es mal richtig voll wird. Das hätte man bei der Hallenplanung berücksichtigen sollen.
Fazit:
Schöne Halle, die durch den großzügigen Einsatz von Glas sehr luftig wirkt und eigentlich auch nicht zu voll, selbst wenn sich viele Leute hier tummeln. Das Angebot neben der Piste ist wirklich überzeugend und wird auch in jedem Fall gut präsentiert. Was ich aber kaum tolerieren kann und daher diese Halle auch etwas abwerte, ist der Pistenpreis. 35€ am Wochenende für die Tageskarte für eine 300m Piste ist entschieden zu viel. Leute, selbst in Ischgl oder Kitzbühel kostet eine Tageskarte "nur" 33€ und die bieten über 200km Pisten. Klar, hier muss man auch die hohen Energiekosten berücksichtigen aber dennoch ist es ein tödliches Preis-/Leistungsverhältnis.
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