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Wie jedes Jahr, so haben meine Frau und ich auch zum Saisonstart dieses Jahres am Skitest von Sport-Scheck teilgenommen. Dort hab ich Gelegenheit gehabt, gleich mehrere Skier zu testen, unter anderem auch das folgende Modell, über das ich hier einen entsprechenden Testbericht veröffentliche:
Marke: Fischer
Modell: RX8 FTi
Länge: 1,70 m
Daten: 115-66-98
Radienangabe bei 1,70: 14m
Der Ski ist verfügbar in den Längen: 155, 160, 165, 170, 175, 180cm
Der durchschnittliche Ladenpreis beträgt ca. 400Euro inkl. Bindung
Zum ersten mal ist diese Saison auch Fischer eingestiegen in den Markt der Skicrosser. Um so gespannter war ich natürlich auch darauf, welchen Weg sie beschritten haben.
Um es vorweg zu nehmen. Neue Wege hat auch Fischer nicht gefunden. Auch der RX8 lässt sich problemlos in die Riege der bekannten anderen Skicrosser einfügen, sprich: irgendwo zwischen Slalom- und Race-Carver
_/_/_/Testbericht:\_\_\_
Ich bin den Ski zweimal gefahren für jeweils ca. 1,5-2 Stunden. Einmal davon vormittags auf relativ frischer Piste und einmal auf abgefahrener Piste, kurz vor Liftschluss. Dadurch konnte ich als einziges den Ski nicht im Tiefschnee und bei Sulz fahren. Ich werde den Ski aber schon mal für unseren Ostertrip ordern, so dass ich auch da noch genaue Informationen hier anfügen werde.
Wieso ich dann jetzt schon einen Erfahrungsbericht darüber schreiben kann? Ganz einfach: Weil ich über entsprechende Kenntnisse im Skifahren verfüge, die mir eine Beurteilung eines Ski´s auch nach relativ kurzer Zeit ermöglichen.
Was einem auf den ersten Blick auffällt, ist die, fast schon Fischer-typische sehr breite Schaufel von 115mm. Vorteil einer solch breiten Front ist natürlich die Möglichkeit, den Ski schon bei geringer Geschwindigkeit stark in die Kurve ziehen zu lassen. Alleine durch diese Geometrie "giert" der Ski regelrecht nach Kurven. Das konnte ich auf der frischen Piste auch unheimlich relaxt auskosten. Leichte Gewichtsverlagerung auf die Kante beantwortete der RX8 mit direktem Zug in die Kurve, wobei er mittellange Radien doch auffällig bevorzugt. Enge Kurven erfordern doch einiges an Kraft um den Ski zum flotten Kantenwechsel zu bewegen, es ist aber nicht extrem, wie bei einem RC-Carver, sondern noch gut zu handlen.
Ist man langsam unterwegs, lässt sich der RX8 so problemlos fahren wie jeder alte Pommes-Stick (alte Skier ohne Taillierung). Auch gedriftete Schwünge lässt der Fischer zu, ohne dass die Kante einen unvermittelt wie ein Pferd abzuschmeißen droht. Man merkt aber, dass diese Fahrweise nicht die bevorzugte Fortbewegung ist. Der RX8 mag's etwas schneller und sauber auf der Kante gezogene Schwünge. Da blüht er so richtig auf, giert in jede Kurve hinein und schreit nach mehr Speed. Schräglagen bis runter zum Handcarven sind durchaus möglich und machen einen höllen Spaß, solange es nicht zu eisig wird, denn dann fehlt dem Ski etwas Griffigkeit auf der Kante.
Auch den Geradeauslauf empfand ich niemals als Kritisch. Selbst in höheren Geschwindigkeitsbereichen hält der Ski stoisch seine Spur und lässt auch gemischte Radienwechsel zu, ohne zu aggressiv zu werden.
_/_/ Und wie ist das Bild auf abgefahrener Piste? \_\_
Dem RX8 ist's ziemlich egal, auf welchem Untergrund man ihn bewegt. Manchmal hatte ich den Eindruck, der Ski würde über die ganzen Schneehaufen fast schon drüberschleichen, wie eine Schlange. Dabei ist er aber definitiv nicht zu weich, oder gar überdämpft. Von der Härte kommt er dem Slalom-Carver aus gleichem Hause doch schon nahe. Auch die breite Schaufel macht interessanterweise nicht die zu erwartenden Probleme. Der Ski lässt sich wirklich über die kpl. Bandbreite sehr gut kontrollieren. Im Gegenteil, irgendwie vermisste ich schon ein wenig Aggressivität, was sich auch darin äußerte, dass die Kantengriffigkeit ein bisschen besser sein könnte. Gerade auf harschigen oder gar vereisten Stellen ist man gut beraten, den RX8 sauber auf der Kante zu halten und dabei auch entsprechenden Druck auszuüben, sonst neigt er in solchen Situationen zum leichten Rutschen. Aber auch hier muss ich sagen: Der Fischer verhält sich wie ein heckgetriebenes Auto. Er kündigt das Rutschen vorher schon an, so dass eigentlich immer Zeit bleibt, entsprechend zu reagieren
_/_/_/ Fazit \_\_\_
Der Fischer RX8 FTi gehört meiner Meinung nach zu den absoluten Highlights der Saison. Ob Anfänger oder alte Hasen. Mit diesem Ski findet jeder einen guten Weggefährten, der jede Fahrweise mitmacht, solange man ihm keine enggeflochtenen Zöpfe abverlangt, dass ist einfach nicht sein Revier. Außerdem darf es immer auch ein wenig mehr Tempo sein, denn dann entwickelt sich das eigentliche Potential des Skis so richtig. Auch das bewusste umgewichten auf den Innenski bringt ihn nicht aus der Ruhe, im Gegenteil, auch das macht Freude, zünftig nur auf dem Innenski durch die Kurve zu schneiden. Fehler kann man ohne Probleme wieder ausmerzen durch leichte Gewichtsverlagerung, oder Druckerhöhung auf den Außenski.
Oder in Fakten:
_/_/ Positiv \_\_
- sehr Breitbandig fahrbar
- kommt mit vielen Schneesituationen zurecht (Sulz und Off-Piste konnte noch nicht getestet werden, folgt aber noch!!)
- extrem fehlerverzeihend
_/_/ Negativ \_\_
- fehlende Aggressivität
- zu wenig Kantenbissigkeit
- Kurzschwünge kosten Kraft
_/_/ Wo würde ich ihn platzieren? \_\_
Der Fischer RX8 kommt an die Bissigkeit und Aggressivität eines ATOMIC SX:9 und SX:11 nicht heran (jeweils auch in 170 getestet). Er ist aber deutlichst agiler und flinker unterwegs, als der diesjährige Salomon Crossmax10 (in 175 getestet, Test in 165 folgt im Ischgl-Urlaub).
Ich würde ihn so ungefähr beim letztjährigen Crossmax10 einsortieren mit einem Hauch mehr Spritzigkeit und auf jedem Fall mehr Härte. Ein Ski, der meiner Fahrweise sehr entgegen kommt
Viel Spaß im Schnee,
Euer Schneesüchtel Balu
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